UniSieve sammelt 9 Mio. Dollar Series A, um Hitze in der Stofftrennung durch Membranen zu ersetzen
Das Zürcher Deeptech-Unternehmen UniSieve erhält 9 Mio. $ Series A unter Führung des Orano Venture Fund. Die Gesamtfinanzierung steigt auf 25 Mio. $.
UniSieve, ein 2018 als Ausgründung der ETH Zürich entstandenes Deeptech-Unternehmen aus Zürich, hat am 8. Oktober 2026 eine Series A über 9 Mio. Dollar bekannt gegeben. Angeführt wurde die Runde vom Orano Venture Fund, der von Supernova Invest verwaltet wird. Als neue und bestehende Investoren beteiligten sich der Amadeus APEX Technology Fund, Founderful, die Zürcher Kantonalbank und die Guenat Holding. Damit steigt die Gesamtfinanzierung auf 25 Mio. Dollar. Gegründet wurde das Unternehmen von Samuel Hess, heute Geschäftsführer, und Elia Schneider, die sich als Studienkollegen an der ETH Zürich kennenlernten.
Das Produkt ist eine hochpräzise Hybridmembran auf Basis metallorganischer Gerüstverbindungen und Zeolithe, die als Molekularsieb wirkt. Klassische industrielle Trennverfahren treiben Gemische mit Wärme auseinander, was einen Heizzyklus samt Kühlung und die entsprechende Anlagentechnik bedeutet. UniSieve trennt dieselben Gemische, indem ausgewählte Moleküle die Membran passieren, ein thermischer Zyklus entfällt also. Zwei Anwendungen bezeichnet das Unternehmen als vorkommerziell reif: Olefine als Vorstufe für Kunststoffe und die Abscheidung von CO2 an der Punktquelle.
Das Geld fließt in den Ausbau der Membranproduktion in den bereits bearbeiteten Märkten und in die Ausweitung der Plattform auf weitere industrielle Anwendungen. Tech Funding News und Dealroom berichten, dass Qemetica, der polnische Chemiekonzern, der früher CIECH hieß, eine CO2-Abscheidungseinheit von UniSieve im laufenden Betrieb testet und das gewonnene CO2 vor Ort zu Carbonaten wie Soda verarbeitet. In der Unternehmensmitteilung steht dieses Detail nicht, sie nennt keine Kunden und spricht nur allgemein von zahlenden Kunden.
Die Investorenliste verdient einen zweiten Blick. Der Orano Venture Fund ist das Corporate-Venture-Vehikel des französischen Brennstoffkreislaufkonzerns Orano und bietet Portfoliounternehmen Zugang zur industriellen Infrastruktur der Gruppe. Der Verwalter Supernova Invest betreut rund 800 Mio. Euro, hat über 80 Portfoliounternehmen und ist seit 20 Jahren aktiv. Hinter ihm stehen Amundi und die französische Atomenergiebehörde CEA. Mit der Zürcher Kantonalbank sitzt zugleich eine schweizerische Kantonalbank in derselben Runde. Wolfgang Neubert, General Partner bei APEX Ventures, sagte: „UniSieve hat sich methodisch von Pilotinstallationen zu größeren Systemen mit zahlenden Kunden entwickelt.“ Hess erklärte, das Kapital erlaube es dem Unternehmen, sich auf die Umsetzung zu konzentrieren.
Warum das für AgTech-Gründer zählt: Stofftrennung ist eine der stillen Kostenpositionen in der Agrarverarbeitung, und diese Runde bepreist das Problem, nicht die Chemie. Biogasanlagen, die Rohgas zu Biomethan aufbereiten, Düngemittel- und Ammoniakkreisläufe sowie die CO2-Versorgung der Lebensmittel- und Getränkeindustrie laufen auf derselben thermischen Physik, die UniSieve ablösen will, und sie stehen überall dort, wo der Wärmebedarf schon heute die größte beeinflussbare Kostenposition des Betreibers ist. Drei Dinge aus der Finanzierung lassen sich übertragen. Erstens sind acht Jahre von der Gründung bis zu einer Series A über 9 Mio. Dollar bei 25 Mio. Dollar Gesamtfinanzierung die ehrliche Form einer europäischen Verfahrenstechnikkurve. Wer bei solcher Hardware 24 Monate vom Labor bis zur Series A plant, plant ein anderes Unternehmen. Zweitens führt ein strategischer Konzernfonds die Runde an, der Anlagenzugang mitbringt und nicht nur Geld, und für die Verfahrenstechnik ist das der knappere Rohstoff, denn UniSieve brauchte echtes Industrierauchgas und echte Anlagenverfügbarkeit dringender als ein weiteres Term Sheet. Drittens erinnert eine Regionalbank im Syndikat daran, dass es im DACH-Deeptech eine Kapitalquelle jenseits von Venture Capital gibt, und zwar eine, die eher einem zahlenden Kunden folgt als einer These. Der Vorbehalt steht in der Wortwahl des Unternehmens selbst: vorkommerzielle Reife in zwei Anwendungen ist keine Produktlinie, und der nächste echte Belegpunkt ist eine Membrananlage, die ihre Selektivität über Jahre in verschmutztem Gas hält, nicht ein Pilot, der sie über Monate hält.
UniSieve, ein 2018 als Ausgründung der ETH Zürich entstandenes Deeptech-Unternehmen aus Zürich, hat am 8. Oktober 2026 eine Series A über 9 Mio. Dollar bekannt gegeben. Angeführt wurde die Runde vom Orano Venture Fund, der von Supernova Invest verwaltet wird. Als neue und bestehende Investoren beteiligten sich der Amadeus APEX Technology Fund, Founderful, die Zürcher Kantonalbank und die Guenat Holding. Damit steigt die Gesamtfinanzierung auf 25 Mio. Dollar. Gegründet wurde das Unternehmen von Samuel Hess, heute Geschäftsführer, und Elia Schneider, die sich als Studienkollegen an der ETH Zürich kennenlernten.
Das Produkt ist eine hochpräzise Hybridmembran auf Basis metallorganischer Gerüstverbindungen und Zeolithe, die als Molekularsieb wirkt. Klassische industrielle Trennverfahren treiben Gemische mit Wärme auseinander, was einen Heizzyklus samt Kühlung und die entsprechende Anlagentechnik bedeutet. UniSieve trennt dieselben Gemische, indem ausgewählte Moleküle die Membran passieren, ein thermischer Zyklus entfällt also. Zwei Anwendungen bezeichnet das Unternehmen als vorkommerziell reif: Olefine als Vorstufe für Kunststoffe und die Abscheidung von CO2 an der Punktquelle.
Das Geld fließt in den Ausbau der Membranproduktion in den bereits bearbeiteten Märkten und in die Ausweitung der Plattform auf weitere industrielle Anwendungen. Tech Funding News und Dealroom berichten, dass Qemetica, der polnische Chemiekonzern, der früher CIECH hieß, eine CO2-Abscheidungseinheit von UniSieve im laufenden Betrieb testet und das gewonnene CO2 vor Ort zu Carbonaten wie Soda verarbeitet. In der Unternehmensmitteilung steht dieses Detail nicht, sie nennt keine Kunden und spricht nur allgemein von zahlenden Kunden.
Die Investorenliste verdient einen zweiten Blick. Der Orano Venture Fund ist das Corporate-Venture-Vehikel des französischen Brennstoffkreislaufkonzerns Orano und bietet Portfoliounternehmen Zugang zur industriellen Infrastruktur der Gruppe. Der Verwalter Supernova Invest betreut rund 800 Mio. Euro, hat über 80 Portfoliounternehmen und ist seit 20 Jahren aktiv. Hinter ihm stehen Amundi und die französische Atomenergiebehörde CEA. Mit der Zürcher Kantonalbank sitzt zugleich eine schweizerische Kantonalbank in derselben Runde. Wolfgang Neubert, General Partner bei APEX Ventures, sagte: „UniSieve hat sich methodisch von Pilotinstallationen zu größeren Systemen mit zahlenden Kunden entwickelt.“ Hess erklärte, das Kapital erlaube es dem Unternehmen, sich auf die Umsetzung zu konzentrieren.
Warum das für AgTech-Gründer zählt: Stofftrennung ist eine der stillen Kostenpositionen in der Agrarverarbeitung, und diese Runde bepreist das Problem, nicht die Chemie. Biogasanlagen, die Rohgas zu Biomethan aufbereiten, Düngemittel- und Ammoniakkreisläufe sowie die CO2-Versorgung der Lebensmittel- und Getränkeindustrie laufen auf derselben thermischen Physik, die UniSieve ablösen will, und sie stehen überall dort, wo der Wärmebedarf schon heute die größte beeinflussbare Kostenposition des Betreibers ist. Drei Dinge aus der Finanzierung lassen sich übertragen. Erstens sind acht Jahre von der Gründung bis zu einer Series A über 9 Mio. Dollar bei 25 Mio. Dollar Gesamtfinanzierung die ehrliche Form einer europäischen Verfahrenstechnikkurve. Wer bei solcher Hardware 24 Monate vom Labor bis zur Series A plant, plant ein anderes Unternehmen. Zweitens führt ein strategischer Konzernfonds die Runde an, der Anlagenzugang mitbringt und nicht nur Geld, und für die Verfahrenstechnik ist das der knappere Rohstoff, denn UniSieve brauchte echtes Industrierauchgas und echte Anlagenverfügbarkeit dringender als ein weiteres Term Sheet. Drittens erinnert eine Regionalbank im Syndikat daran, dass es im DACH-Deeptech eine Kapitalquelle jenseits von Venture Capital gibt, und zwar eine, die eher einem zahlenden Kunden folgt als einer These. Der Vorbehalt steht in der Wortwahl des Unternehmens selbst: vorkommerzielle Reife in zwei Anwendungen ist keine Produktlinie, und der nächste echte Belegpunkt ist eine Membrananlage, die ihre Selektivität über Jahre in verschmutztem Gas hält, nicht ein Pilot, der sie über Monate hält.