Skip to main content

ESA schließt ALADDIN-Frachtvertrag über 760 Mio

2026-09-14 — Die Agentur finanziert 60 Prozent einer Demonstrationsmission zur ISS, den Rest trägt das Unternehmen. Zwei Tage zuvor hatte es eine Series C über…

ESA schließt ALADDIN-Frachtvertrag über 760 Mio

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat mit The Exploration Company einen Dienstleistungsvertrag für deren Raumfahrzeug Nyx im Rahmen von ALADDIN geschlossen, dem europäischen Projekt für eine autonome Frachtkapsel. Der Vertrag hat ein Volumen von bis zu 760 Mio. €: 310 Mio. € für die Demonstrationsmission und 450 Mio. € für zwei optionale Folgemissionen. Die ESA gab die Unterzeichnung am 10. September 2026 bekannt. The Exploration Company wurde 2021 von Hélène Huby gegründet und unterhält Standorte in München, Bordeaux und Turin.

ALADDIN steht für Autonomous LEO Accelerated Demo Docking to ISS Node. Die Demonstrationsmission wird gemeinsam finanziert: Die ESA übernimmt 60 Prozent, The Exploration Company trägt die verbleibenden 40 Prozent aus privatem Kapital. European Spaceflight berichtet, dass der Demonstrationsflug spätestens im zweiten Quartal 2029 an der Internationalen Raumstation andocken muss und dass die beiden optionalen Missionen entweder zur ISS oder zu einer künftigen kommerziellen Station fliegen können.

Der Zuschlag kam zwei Tage nach dem Abschluss einer Series C über 387 Mio. €, umgerechnet rund 450 Mio. US-Dollar, am 8. September 2026. European Spaceflight beziffert das seit der Gründung 2021 insgesamt eingesammelte Kapital auf etwa 680 Mio. US-Dollar. „Das ist mehr als eine Auftragsvergabe: Es spiegelt einen Wandel darin wider, wie wir in Europa Raumfahrttechnik bauen“, sagte Huby.

Lesenswert ist vor allem die Vertragsform. Die ESA kauft eine Transportleistung zu einem vereinbarten Preis, statt ein Programm in eigener Regie nach Selbstkosten zu bezahlen, und der Anbieter haftet für 40 Prozent des Weges dorthin. European Spaceflight weist darauf hin, dass erstmals ein Vertrag dieser Größe im offenen Wettbewerb an ein fünf Jahre altes europäisches Raumfahrtunternehmen geht. Ob das Modell trägt, entscheidet ein erstes Andocken, das noch zweieinhalb Jahre entfernt liegt.

Warum das für AgTech-Gründer zählt: Interessant ist hier nicht die Kapsel, sondern die Vertragsform, und die europäische Landwirtschaft bewegt sich auf dieselbe zu. EIC-Accelerator-Mischfinanzierung, kofinanzierte Horizon-Europe-Ausschreibungen und nationale Demonstratorprogramme verlangen inzwischen alle, dass das Unternehmen einen gleich hohen Anteil am Aufbau selbst trägt. Zwei Züge lohnen die Nachahmung. Erstens wurde die Series C zwei Tage vor der Unterzeichnung geschlossen, sodass die Zusage über 40 Prozent ohne Finanzierungsvorbehalt abgegeben werden konnte; Runde und Vertrag liefen als ein Prozess, nicht als zwei. Zweitens liegt das Geld in den Optionen, 450 Mio. € gegenüber 310 Mio. € für den Demonstrator, was heißt: Verhandelt wurde in Wahrheit über das Folgevolumen, nicht über den Erstflug. Wer eine große Genossenschaft, einen Landmaschinenhersteller oder ein staatliches Demonstratorprogramm gewinnen will, sollte die erste Einheit als Qualifizierungskosten einpreisen und seine Verhandlungsmacht für die Konditionen aufsparen, die gelten, sobald die Sache funktioniert.

ESA schließt ALADDIN-Frachtvertrag über 760 Mio. € mit The Exploration Company

Die Agentur finanziert 60 Prozent einer Demonstrationsmission zur ISS, den Rest trägt das Unternehmen. Zwei Tage zuvor hatte es eine Series C über 387 Mio. € abgeschlossen.

Von Dirk Vandenhirtz

· Deep Tech · Europe · 3 min

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat mit The Exploration Company einen Dienstleistungsvertrag für deren Raumfahrzeug Nyx im Rahmen von ALADDIN geschlossen, dem europäischen Projekt für eine autonome Frachtkapsel. Der Vertrag hat ein Volumen von bis zu 760 Mio. €: 310 Mio. € für die Demonstrationsmission und 450 Mio. € für zwei optionale Folgemissionen. Die ESA gab die Unterzeichnung am 10. September 2026 bekannt. The Exploration Company wurde 2021 von Hélène Huby gegründet und unterhält Standorte in München, Bordeaux und Turin.

ALADDIN steht für Autonomous LEO Accelerated Demo Docking to ISS Node. Die Demonstrationsmission wird gemeinsam finanziert: Die ESA übernimmt 60 Prozent, The Exploration Company trägt die verbleibenden 40 Prozent aus privatem Kapital. European Spaceflight berichtet, dass der Demonstrationsflug spätestens im zweiten Quartal 2029 an der Internationalen Raumstation andocken muss und dass die beiden optionalen Missionen entweder zur ISS oder zu einer künftigen kommerziellen Station fliegen können.

Der Zuschlag kam zwei Tage nach dem Abschluss einer Series C über 387 Mio. €, umgerechnet rund 450 Mio. US-Dollar, am 8. September 2026. European Spaceflight beziffert das seit der Gründung 2021 insgesamt eingesammelte Kapital auf etwa 680 Mio. US-Dollar. „Das ist mehr als eine Auftragsvergabe: Es spiegelt einen Wandel darin wider, wie wir in Europa Raumfahrttechnik bauen“, sagte Huby.

Lesenswert ist vor allem die Vertragsform. Die ESA kauft eine Transportleistung zu einem vereinbarten Preis, statt ein Programm in eigener Regie nach Selbstkosten zu bezahlen, und der Anbieter haftet für 40 Prozent des Weges dorthin. European Spaceflight weist darauf hin, dass erstmals ein Vertrag dieser Größe im offenen Wettbewerb an ein fünf Jahre altes europäisches Raumfahrtunternehmen geht. Ob das Modell trägt, entscheidet ein erstes Andocken, das noch zweieinhalb Jahre entfernt liegt.

Warum das für AgTech-Gründer zählt: Interessant ist hier nicht die Kapsel, sondern die Vertragsform, und die europäische Landwirtschaft bewegt sich auf dieselbe zu. EIC-Accelerator-Mischfinanzierung, kofinanzierte Horizon-Europe-Ausschreibungen und nationale Demonstratorprogramme verlangen inzwischen alle, dass das Unternehmen einen gleich hohen Anteil am Aufbau selbst trägt. Zwei Züge lohnen die Nachahmung. Erstens wurde die Series C zwei Tage vor der Unterzeichnung geschlossen, sodass die Zusage über 40 Prozent ohne Finanzierungsvorbehalt abgegeben werden konnte; Runde und Vertrag liefen als ein Prozess, nicht als zwei. Zweitens liegt das Geld in den Optionen, 450 Mio. € gegenüber 310 Mio. € für den Demonstrator, was heißt: Verhandelt wurde in Wahrheit über das Folgevolumen, nicht über den Erstflug. Wer eine große Genossenschaft, einen Landmaschinenhersteller oder ein staatliches Demonstratorprogramm gewinnen will, sollte die erste Einheit als Qualifizierungskosten einpreisen und seine Verhandlungsmacht für die Konditionen aufsparen, die gelten, sobald die Sache funktioniert.

Quelle: EU-Startups

Zurück zu AgTech News