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Hoogwegt kauft die erste Produktionscharge zellkultivierter Vollmilch von Opalia

Der niederländische Milchkonzern Hoogwegt kauft die erste Produktionscharge zellkultivierter Vollmilch von Opalia und prüft sie für Käse und Butter.

Hoogwegt kauft die erste Produktionscharge zellkultivierter Vollmilch von Opalia

Hoogwegt, niederländischer Konzern für Milchzutaten, kauft die erste Produktionscharge zellkultivierter Vollmilch von Opalia. Das Unternehmen aus Montreal wurde 2020 von Jennifer Côté, Mitgründerin und Geschäftsführerin, und Lucas House, Technikchef, gegründet. Beide Seiten bezeichnen das Geschäft als weltweit erstes seiner Art für Vollmilch aus bovinen Milchdrüsenzellen. Menge und Preis bleiben vertraulich. „Zum jetzigen Zeitpunkt geht es darum, die Technologie zu bewerten, nicht darum, eine Handelsmarge zu erzielen“, sagte Roland Wientjes, globaler Technologiechef von Hoogwegt, der gegenüber Green Queen erklärte, der Preis decke die Herstellkosten dieser Charge.

Opalia vermehrt bovine Milchdrüsenzellen im Bioreaktor und löst dort die Laktation aus. Das Ergebnis ist Milch in vollständiger Zusammensetzung aus Proteinen, Fetten und Zuckern, nicht eine einzelne Zutat. Darin liegt der Unterschied zur Präzisionsfermentation, die in der Regel auf ein einzelnes Milchprotein zielt. Das Unternehmen arbeitet mit einer immortalisierten Zelllinie und entnimmt Tieren daher kein Gewebe mehr. Fötales Kälberserum hat es aus dem Prozess entfernt, was es als Voraussetzung für Kostenparität mit konventioneller Milch betrachtet. Die Plattform ist zum Patent angemeldet und bislang nur im Labormaßstab validiert. Geliefert werden kann die Milch an Geschäftskunden flüssig oder als Vollmilchpulver, und nach Angaben von Opalia lässt sich daraus auch Butter, Sahne, Käse und Joghurt herstellen.

Hoogwegt analysiert zunächst die Zusammensetzung und prüft anschließend die funktionellen Eigenschaften in Frischkäse, Joghurt und Butter, sowohl in vollständig zellbasierten Produkten als auch in Mischrezepturen. Produkt, Markt und Einführungstermin sind offen. Dem Kauf vorausgegangen sind eine Beteiligung von Hoogwegt an Opalia und eine im August 2025 bekannt gegebene Liefervereinbarung für die Jahre 2026 und 2027. Übergeben wird die Charge auf der Fi Europe in Frankfurt, die vom 17. bis 19. November 2026 läuft. Dort zeigen beide Unternehmen am Stand von Hoogwegt einen Prototyp und suchen Entwicklungspartner sowie Abnahmeverträge. Côté und Wientjes sind vor Ort.

Opalia hat im April 2026 die erste Tranche einer Seed-Runde über 3,2 Mio. CAD geschlossen, rund 2,3 Mio. US-Dollar, angeführt von Nàdarra Ventures. Beteiligt waren Spring Capital, UCEED und Anges Québec sowie die bestehenden Investoren Investissement Québec, Cycle Momentum und BoxOne Ventures. Das Geld finanziert einen modularen Bioreaktor am Standort Montreal, ausgelegt auf 28 Liter pro Tag, was das Unternehmen als Tagesleistung einer Kuh beschreibt, innerhalb eines 24-monatigen Validierungsprogramms. Die Vermarktung ist für 2028 geplant, zu einem Preis, den Opalia mit zwei US-Dollar je Liter angibt. Für Mitte 2027 ist eine Novel-Food-Anmeldung bei Health Canada vorgesehen, Anträge in Europa und Asien sollen dem nordamerikanischen Weg folgen. Zudem nennt das Unternehmen ein bezahltes Pilotprojekt mit der kanadischen Einheit eines der weltgrößten Milchkonzerne und Absichtserklärungen mit Unternehmen in Nordamerika, Europa und Asien. „Die Zukunft der Milchwirtschaft wird eine Mischung aus traditionellen und neuen Produktionsverfahren sein, und wir wollen sie mitgestalten“, sagte Wientjes.

Warum das für AgTech-Gründer zählt: Die Beträge sind so klein, dass sie in keiner der beiden Bilanzen auffallen, und das Geschäft verdient dennoch Aufmerksamkeit, weil genau an dieser Sprosse die meisten Deeptech-Unternehmen im Lebensmittelbereich abrutschen. Drei Punkte. Erstens ist ein Verkauf zu Herstellkosten kein Umsatz, und in dieser Phase ist er mehr wert als Umsatz. Er macht aus einem bestehenden Investor einen namentlichen Kunden und gibt der nächsten Runde einen Käufer statt einer Absichtserklärung. Wer einen Strategen im Gesellschafterkreis hat, sollte nicht fragen, ob dieser an die Technologie glaubt, sondern was das Kleinste ist, für das er zahlen kann, und wann. Zweitens sollten Sie die Kapazitätszahl nüchtern lesen. Ein Bioreaktor in der Tagesleistung einer Kuh, im Jahr 2026, mit 2028 als Marktziel, ist der tatsächliche Stand der zellbasierten Milchwirtschaft, und eine Liefervereinbarung mit einem großen Abnehmer ändert daran nichts. Wer eine Partnermeldung so wirken lässt, als wäre Skalierung erreicht, verbringt das Folgejahr damit, die Lücke zu erklären. Drittens lohnt der Blick auf die Reihenfolge der Zulassungen. Kanada zuerst, Europa und Asien danach, und für die Vereinigten Staaten wären zwei Behörden zuständig, während mindestens ein Bundesstaat zellbasierte Milchprodukte bereits verboten hat. Die Antragsreihenfolge nach dem kürzesten Weg statt nach dem größten Markt zu wählen, spart Jahre, und diese Entscheidung fällt, bevor das Datenpaket geschrieben wird, nicht danach.

Quelle: Green Queen

Hoogwegt kauft die erste Produktionscharge zellkultivierter Vollmilch von Opalia

Der niederländische Hersteller von Milchzutaten prüft die Milch für Frischkäse, Joghurt und Butter. Übergeben wird die Charge im November auf der Fi Europe in Frankfurt, Menge und Preis bleiben vertraulich.

Von Dirk Vandenhirtz

· Deep Tech · Europe · 3 min

Hoogwegt, niederländischer Konzern für Milchzutaten, kauft die erste Produktionscharge zellkultivierter Vollmilch von Opalia. Das Unternehmen aus Montreal wurde 2020 von Jennifer Côté, Mitgründerin und Geschäftsführerin, und Lucas House, Technikchef, gegründet. Beide Seiten bezeichnen das Geschäft als weltweit erstes seiner Art für Vollmilch aus bovinen Milchdrüsenzellen. Menge und Preis bleiben vertraulich. „Zum jetzigen Zeitpunkt geht es darum, die Technologie zu bewerten, nicht darum, eine Handelsmarge zu erzielen“, sagte Roland Wientjes, globaler Technologiechef von Hoogwegt, der gegenüber Green Queen erklärte, der Preis decke die Herstellkosten dieser Charge.

Opalia vermehrt bovine Milchdrüsenzellen im Bioreaktor und löst dort die Laktation aus. Das Ergebnis ist Milch in vollständiger Zusammensetzung aus Proteinen, Fetten und Zuckern, nicht eine einzelne Zutat. Darin liegt der Unterschied zur Präzisionsfermentation, die in der Regel auf ein einzelnes Milchprotein zielt. Das Unternehmen arbeitet mit einer immortalisierten Zelllinie und entnimmt Tieren daher kein Gewebe mehr. Fötales Kälberserum hat es aus dem Prozess entfernt, was es als Voraussetzung für Kostenparität mit konventioneller Milch betrachtet. Die Plattform ist zum Patent angemeldet und bislang nur im Labormaßstab validiert. Geliefert werden kann die Milch an Geschäftskunden flüssig oder als Vollmilchpulver, und nach Angaben von Opalia lässt sich daraus auch Butter, Sahne, Käse und Joghurt herstellen.

Hoogwegt analysiert zunächst die Zusammensetzung und prüft anschließend die funktionellen Eigenschaften in Frischkäse, Joghurt und Butter, sowohl in vollständig zellbasierten Produkten als auch in Mischrezepturen. Produkt, Markt und Einführungstermin sind offen. Dem Kauf vorausgegangen sind eine Beteiligung von Hoogwegt an Opalia und eine im August 2025 bekannt gegebene Liefervereinbarung für die Jahre 2026 und 2027. Übergeben wird die Charge auf der Fi Europe in Frankfurt, die vom 17. bis 19. November 2026 läuft. Dort zeigen beide Unternehmen am Stand von Hoogwegt einen Prototyp und suchen Entwicklungspartner sowie Abnahmeverträge. Côté und Wientjes sind vor Ort.

Opalia hat im April 2026 die erste Tranche einer Seed-Runde über 3,2 Mio. CAD geschlossen, rund 2,3 Mio. US-Dollar, angeführt von Nàdarra Ventures. Beteiligt waren Spring Capital, UCEED und Anges Québec sowie die bestehenden Investoren Investissement Québec, Cycle Momentum und BoxOne Ventures. Das Geld finanziert einen modularen Bioreaktor am Standort Montreal, ausgelegt auf 28 Liter pro Tag, was das Unternehmen als Tagesleistung einer Kuh beschreibt, innerhalb eines 24-monatigen Validierungsprogramms. Die Vermarktung ist für 2028 geplant, zu einem Preis, den Opalia mit zwei US-Dollar je Liter angibt. Für Mitte 2027 ist eine Novel-Food-Anmeldung bei Health Canada vorgesehen, Anträge in Europa und Asien sollen dem nordamerikanischen Weg folgen. Zudem nennt das Unternehmen ein bezahltes Pilotprojekt mit der kanadischen Einheit eines der weltgrößten Milchkonzerne und Absichtserklärungen mit Unternehmen in Nordamerika, Europa und Asien. „Die Zukunft der Milchwirtschaft wird eine Mischung aus traditionellen und neuen Produktionsverfahren sein, und wir wollen sie mitgestalten“, sagte Wientjes.

Warum das für AgTech-Gründer zählt: Die Beträge sind so klein, dass sie in keiner der beiden Bilanzen auffallen, und das Geschäft verdient dennoch Aufmerksamkeit, weil genau an dieser Sprosse die meisten Deeptech-Unternehmen im Lebensmittelbereich abrutschen. Drei Punkte. Erstens ist ein Verkauf zu Herstellkosten kein Umsatz, und in dieser Phase ist er mehr wert als Umsatz. Er macht aus einem bestehenden Investor einen namentlichen Kunden und gibt der nächsten Runde einen Käufer statt einer Absichtserklärung. Wer einen Strategen im Gesellschafterkreis hat, sollte nicht fragen, ob dieser an die Technologie glaubt, sondern was das Kleinste ist, für das er zahlen kann, und wann. Zweitens sollten Sie die Kapazitätszahl nüchtern lesen. Ein Bioreaktor in der Tagesleistung einer Kuh, im Jahr 2026, mit 2028 als Marktziel, ist der tatsächliche Stand der zellbasierten Milchwirtschaft, und eine Liefervereinbarung mit einem großen Abnehmer ändert daran nichts. Wer eine Partnermeldung so wirken lässt, als wäre Skalierung erreicht, verbringt das Folgejahr damit, die Lücke zu erklären. Drittens lohnt der Blick auf die Reihenfolge der Zulassungen. Kanada zuerst, Europa und Asien danach, und für die Vereinigten Staaten wären zwei Behörden zuständig, während mindestens ein Bundesstaat zellbasierte Milchprodukte bereits verboten hat. Die Antragsreihenfolge nach dem kürzesten Weg statt nach dem größten Markt zu wählen, spart Jahre, und diese Entscheidung fällt, bevor das Datenpaket geschrieben wird, nicht danach.

Quelle: Green Queen

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