Zum Hauptinhalt springen

VÆRIDION sammelt 30 Mio. € Series A2 ein und erhält 94,5 Mio. € aus dem EU-Innovationsfonds

VÆRIDION schließt eine Series A2 über 30 Mio. € unter Führung von SHIFT Invest und Invest-NL ab und erhält 94,5 Mio. € aus dem EU-Innovationsfonds.

VÆRIDION sammelt 30 Mio. € Series A2 ein und erhält 94,5 Mio. € aus dem EU-Innovationsfonds

VÆRIDION, Entwickler von Elektroflugzeugen aus München, hat am 5. November 2026 den Abschluss einer Series A2 über 30 Mio. € und die Auswahl für einen Zuschuss von 94,5 Mio. € aus dem EU-Innovationsfonds bekannt gegeben. Zusammen sind das mehr als 124 Mio. € frisches Geld. Die Eigenkapitalrunde führten SHIFT Invest und Invest-NL an. Die bestehenden Investoren World Fund, Project A und Vsquared Ventures beteiligten sich, ebenso PAYBACK-Gründer Alexander Rittweger. Nach Unternehmensangaben summiert sich das private Kapital damit auf rund 60 Mio. €.

Der Zuschuss gilt einem Vorhaben, das das Unternehmen CAROLUS nennt, und ist für eine Endmontage am Flughafen Oberpfaffenhofen bei München bestimmt. Dort hat VÆRIDION im März 2026 eine Produktions- und Teststätte eröffnet und erstmals den Elektromotor in Betrieb genommen. Das Unternehmen nennt sich eines von 12 Großprojekten, die aus 358 Anträgen ausgewählt wurden, das einzige Luftfahrtprojekt darunter und das einzige deutsche Unternehmen. Die Zuschussvereinbarung soll 2027 unterzeichnet werden, die Auswahl steht also noch unter diesem Vorbehalt.

Das Flugzeug heißt Microliner, ein rein elektrischer Entwurf für neun Passagiere mit 400 Kilometern Reichweite oder etwa 10 Kubikmetern Frachtraum in der Cargo-Variante. Entwickelt wird es nach den Anforderungen der EASA-Bauvorschrift CS-23, mit einem vom Segelflug inspirierten Flügel, modularen Batteriepaketen und einem mehrmotorigen Antrieb auf einen Propeller. Das Unternehmen peilt Betriebskosten unter 0,40 € pro Sitzkilometer an. Aviation International News berichtet, dass der erste konforme Prototyp Anfang 2027 gebaut werden soll, gefolgt von Flugtests, und dass die EASA-Musterzulassung für 2030 angestrebt wird.

Das Eigenkapital finanziert diesen ersten konformen Flieger sowie die integrierten Batterie- und Antriebstests auf einem Bodenprüfstand und im Windkanal, der Zuschuss finanziert die Fabrik. Als Programmpartner nennt Aviation International News GKN Aerospace, Evolito, Molicel, MT-Propeller und Drive System Design. VÆRIDION hat vorläufige Zusagen für mehr als 130 Flugzeuge im Wert von über 730 Mio. €, Erstkunde ist die belgische Luftfahrtgruppe ASL. „Diese Eigenkapitalrunde erlaubt es uns, unser erstes konformes Flugzeug zu bauen“, sagte Gründer und Geschäftsführer Ivor van Dartel. Thijs Gitmans, General Partner bei SHIFT Invest, sagte: „Die Regionalluftfahrt ist einer der klarsten Fälle, in denen Elektrifizierung ökologisch und wirtschaftlich gleichzeitig Sinn ergibt.“

Warum das für AgTech-Gründer zählt: Entscheidend ist die Kapitalstruktur, nicht das Flugzeug. Auf jeden Euro Eigenkapital kamen rund drei Euro öffentliches Fördergeld, und beide Töpfe zielen auf Verschiedenes. Das Eigenkapital kauft einen Prototyp, der Zuschuss kauft das Werk. Diese Trennung steht jedem offen, der schwere europäische Hardware baut, Erntemaschinen, Stallroboter, Punktsprüher, und sie ist fast der einzige realistische Weg, auf dem ein Maschinenbauer ohne Umsatz eine Fabrik finanziert, ohne das Unternehmen abzugeben. Drei Einschränkungen gehören dazu. Das Orderbuch kam zuerst, denn 130 vorläufige Zusagen über 730 Mio. € machten Eigenkapital und Zuschuss überhaupt begründbar. Ein Bestand an Absichtserklärungen ist damit ein Finanzierungsinstrument und keine Vertriebsfolie. Der Zuschuss ist eine Auswahl und noch kein Geld, unterschrieben wird voraussichtlich 2027, es braucht also eine Brücke auf der Eigenkapitalseite. Und ein Zulassungsziel 2030 heißt, dass diese Runde vier weitere Jahre Burn tragen muss. Für jeden Deeptech-Hardwareplan ist deshalb die nächste Runde die eigentliche Prüfung, nicht diese.

Quelle: Aviation International News

VÆRIDION sammelt 30 Mio. € Series A2 ein und erhält 94,5 Mio. € aus dem EU-Innovationsfonds

SHIFT Invest und Invest-NL führen die Eigenkapitalrunde an. Der EU-Innovationsfonds wählt das Münchner Projekt CAROLUS aus, das Geld ist für eine Endmontagelinie bei München vorgesehen.

Von Dirk Vandenhirtz

· Deep Tech · Europe · 3 min

VÆRIDION, Entwickler von Elektroflugzeugen aus München, hat am 5. November 2026 den Abschluss einer Series A2 über 30 Mio. € und die Auswahl für einen Zuschuss von 94,5 Mio. € aus dem EU-Innovationsfonds bekannt gegeben. Zusammen sind das mehr als 124 Mio. € frisches Geld. Die Eigenkapitalrunde führten SHIFT Invest und Invest-NL an. Die bestehenden Investoren World Fund, Project A und Vsquared Ventures beteiligten sich, ebenso PAYBACK-Gründer Alexander Rittweger. Nach Unternehmensangaben summiert sich das private Kapital damit auf rund 60 Mio. €.

Der Zuschuss gilt einem Vorhaben, das das Unternehmen CAROLUS nennt, und ist für eine Endmontage am Flughafen Oberpfaffenhofen bei München bestimmt. Dort hat VÆRIDION im März 2026 eine Produktions- und Teststätte eröffnet und erstmals den Elektromotor in Betrieb genommen. Das Unternehmen nennt sich eines von 12 Großprojekten, die aus 358 Anträgen ausgewählt wurden, das einzige Luftfahrtprojekt darunter und das einzige deutsche Unternehmen. Die Zuschussvereinbarung soll 2027 unterzeichnet werden, die Auswahl steht also noch unter diesem Vorbehalt.

Das Flugzeug heißt Microliner, ein rein elektrischer Entwurf für neun Passagiere mit 400 Kilometern Reichweite oder etwa 10 Kubikmetern Frachtraum in der Cargo-Variante. Entwickelt wird es nach den Anforderungen der EASA-Bauvorschrift CS-23, mit einem vom Segelflug inspirierten Flügel, modularen Batteriepaketen und einem mehrmotorigen Antrieb auf einen Propeller. Das Unternehmen peilt Betriebskosten unter 0,40 € pro Sitzkilometer an. Aviation International News berichtet, dass der erste konforme Prototyp Anfang 2027 gebaut werden soll, gefolgt von Flugtests, und dass die EASA-Musterzulassung für 2030 angestrebt wird.

Das Eigenkapital finanziert diesen ersten konformen Flieger sowie die integrierten Batterie- und Antriebstests auf einem Bodenprüfstand und im Windkanal, der Zuschuss finanziert die Fabrik. Als Programmpartner nennt Aviation International News GKN Aerospace, Evolito, Molicel, MT-Propeller und Drive System Design. VÆRIDION hat vorläufige Zusagen für mehr als 130 Flugzeuge im Wert von über 730 Mio. €, Erstkunde ist die belgische Luftfahrtgruppe ASL. „Diese Eigenkapitalrunde erlaubt es uns, unser erstes konformes Flugzeug zu bauen“, sagte Gründer und Geschäftsführer Ivor van Dartel. Thijs Gitmans, General Partner bei SHIFT Invest, sagte: „Die Regionalluftfahrt ist einer der klarsten Fälle, in denen Elektrifizierung ökologisch und wirtschaftlich gleichzeitig Sinn ergibt.“

Warum das für AgTech-Gründer zählt: Entscheidend ist die Kapitalstruktur, nicht das Flugzeug. Auf jeden Euro Eigenkapital kamen rund drei Euro öffentliches Fördergeld, und beide Töpfe zielen auf Verschiedenes. Das Eigenkapital kauft einen Prototyp, der Zuschuss kauft das Werk. Diese Trennung steht jedem offen, der schwere europäische Hardware baut, Erntemaschinen, Stallroboter, Punktsprüher, und sie ist fast der einzige realistische Weg, auf dem ein Maschinenbauer ohne Umsatz eine Fabrik finanziert, ohne das Unternehmen abzugeben. Drei Einschränkungen gehören dazu. Das Orderbuch kam zuerst, denn 130 vorläufige Zusagen über 730 Mio. € machten Eigenkapital und Zuschuss überhaupt begründbar. Ein Bestand an Absichtserklärungen ist damit ein Finanzierungsinstrument und keine Vertriebsfolie. Der Zuschuss ist eine Auswahl und noch kein Geld, unterschrieben wird voraussichtlich 2027, es braucht also eine Brücke auf der Eigenkapitalseite. Und ein Zulassungsziel 2030 heißt, dass diese Runde vier weitere Jahre Burn tragen muss. Für jeden Deeptech-Hardwareplan ist deshalb die nächste Runde die eigentliche Prüfung, nicht diese.

Quelle: Aviation International News

Zurück zu AgTech News